Sturm, Starkregen und Wasserfall-Alarm
Hallo zusammen aus dem Aurora Lodge Hotel in Hvolsvöllur (mal schauen, ob es seinem Namen Ehre macht, bei dem Wetter aber leider nicht so wahrscheinlich)!
Gestern am Abend sind wir ja ins Haupthaus noch was trinken gewesen. Wir haben uns total nett mit der Noch-Inhaberin und zwei ihrer Angestellten aus Tschechien unterhalten. Noch-Inhaberin (ich glaube, sie hieß Elly), weil sie an eine isländische Firma verkauft hat, um ein Retreat in Kenia zu bauen. Voll schräg irgendwie und total schade, weil es eine total heimelige Unterkunft ist. Die Firma, die es gekauft hat, hat auch die Nachbar Cottages gekauft und will dann dort Bustouristen unterbringen. 😔 Grundsätzlich dürfte es ein guter Ort für die Nordlichter sein, aber gestern war natürlich nix. Dafür hat der Wind um das Haus gepfiffen, dass ich mir nicht sicher war, ob wir nicht abheben.
Zur Abwechslung hatten wir Frühstück dabei, das war auch einmal ganz angenehm. War auch alles sehr gut. Es gab selbstgebackenes Brot, Käse, Wurst, super-guten Lachs, Thunfischsalat und Vitaminshots. Wir sind dann von Elly mit Umarmung verabschiedet worden. Die war echt total entzückend. Theresa, die junge Angestellte (die andere ist ihre Oma), hat uns noch ein paar Wasserfall-Tipps gegeben und wir ihr einen Höhlentipp.
Unser erster kurzer Abstecher führte uns eben genau zur Hálsanefshellir Cave. Ist eine recht coole Höhle, und die Felsen herum dienen vielen Vögeln als Brutstätte. Vor der Höhle saß ein total lustiger großer, schwarzer Vogel, der irgendwie den Eindruck machte, als wäre er der Portier.
Dann haben wir uns auf den Weg nach Vík í Mýrdal gemacht. Es hat die ganze Zeit über geschüttet, das war mir nicht mehr wurscht und der Wind war auch relativ stark. In Island gibt es keine überdachten Tankstellen, und nach dem Tankstopp war Christian ziemlich nass. Da es dort auch einen Icewear Shop gibt, haben wir uns gleich mit Regenhosen und ich noch mit einer knallgelben Regenjacke ausgestattet. Ich habe zwar eine Regenjacke mit, aber die ist kürzer als die Jacke darunter und der Teil, der herausschaut, ist immer nass. Ich bin also endgültig im Marsmännchen Status angelangt. Heute hatte ich tatsächlich 3 Hosenschichten und 5 Schichten oben an.
So ausgestattet sind wir zum nahegelegenen schwarzen Strand von Reynisfjara gefahren. Da war der Wind so stark, dass es sogar mal kurz das Auto versetzt hat. Am Strand war der Wind dann echt extrem, man muss total auf die Autotüren aufpassen. Und es war voll anstrengend sie auf und wieder zu zu bekommen. Der Strand ist einer der gefährlichsten der Welt. Es gibt dort sogenannte Sneaker Wellen. Diese Wellen entstehen unerwartet mitten in harmlos ausschauenden Wellen, weswegen sie sehr oft von ignoranten, dummen Touristen unterschätzt werden. Elly hatte uns am Vorabend erzählt, dass die Isländer den Strand scherzhaft Chinese Takeaway nennen, weil vor einigen Jahren einen tödlichen Unfall mit einem chinesischen Touristen gegeben hat. Es war natürlich nicht der einzige tödliche Unfall dort. Also eigentlich gar nicht witzig, aber die Touristen sind auch super-dämlich. Heute war die Warnleuchte gelb an, d.h. dass man bis zur Höhlen gehen kann. Aber natürlich sind ein paar Idioten dahinter herumgestiegen und mussten dann den Wellen davonlaufen. Wenn da einer wegen dem starken Wind nicht schnell genug gewesen wäre, oder gestolpert wäre, wer weiß was passiert wäre. Die Wellen entwickeln nämlich einen sehr starken Sog, gegen den man keine Chance hat. Und es gibt dort auch niemanden, der einen retten kann. Es gibt keine Rettungsschwimmer. Der Rückweg zum Parkplatz war sehr mühsam, weil man gegen den Wind ankämpfen musste und einem Sand entgegenkam, der fast weh getan hat im Gesicht. Ich weiß auch noch gar nicht, ob die Fotos überhaupt was geworden sind, weil es war auch extrem schwierig die Kamera zu halten.
| Da muss schon einer laufen |
Patschnass sind wir wieder zurück nach Vik, weil es dort eine Black Crust Pizza gibt. Natürlich waren wir nicht die einzigen Touristen, die das wollten, aber wir haben erstaunlicherweise sehr schnell einen Tisch ergattert. Wir haben uns Schrimps und eine schwarze Pizza mit Garnelen, Trüffel, Rucola, Frischkäse etc. schmecken lassen. Ist übrigens ganz normaler Pizzateig, dem Aktivkohle beigemischt wird.
Das nächste Ziel wäre eigentlich ein Flugzeugwrack am Strand gewesen. Aber da muss man 40 Minuten hin und wieder zurück gehen, was nicht so viele Leute machen. Das wäre ja grundsätzlich nicht das Problem, es hatte da auch zu regnen aufgehört. Aber der Wind war ja immer noch extrem (war den Isländern übrigens nicht einmal eine Sturmwarnung wert, dass es um die 60 km/h Wind mit Böen um die 90 km/h gibt), und da ist weit und breit nix, das einen vor dem Wind schützen würde. Also habe ich schweren Herzens drauf verzichtet.
Wir sind dann halt mal zum Kvernufoss, dem unbekannten Nachbarn vom Skógafoss. Da muss man ein bisschen gehen, was ohne Wind kein Problem gewesen wäre, aber mit dem starken Gegenwind war es durchaus anstrengend. Der Wasserfall ist aber ziemlich cool, man kann nämlich auch hinter den Wasserfall, ohne patschnass zu werden (was aber im neuen Regenoutfit kein Problem ist). Außerdem hat kurz die Sonne ein bisschen durchgelugt, dass ich sogar einen Regenbogen gesehen habe. Natürlich waren wir auch beim Skógafoss. Da fährt man quasi mit dem Auto bis zum Wasserfall, weswegen da natürlich einiges los ist. Man kann auch über eine Stiege nach oben steigen. Die Stiege war rostig und hat gewackelt. Auch die Aussichtsplattform war mir nicht ganz geheuer. Was soll ich euch über den Wasserfall sagen? Hm, müsste ich ein Ranking machen, wäre der Skógafoss bis jetzt am letzten Platz. Er ist mächtig und natürlich beeindruckend, aber der unbekannte Nachbar war viel cooler!
| Kvernufoss |
Auf dem Weg zum nächsten Wasserfall (die lagen einfach an der Strecke) kamen wir auch beim Eyjafjallajökull Info Center vorbei. Der Vulkan ist 2010 ausgebrochen und hat dann für einige Zeit den Flugverkehr lahmgelegt.
Der Seljalandsfoss ist auch wieder leicht erreichbar, deswegen waren auch dort viele Leute. Auch bei diesem Wassserfall kann man hinter die Waserwand, was schon ziemlich beeindruckend ist. Aber natürlich bleibt man auch nicht ganz trocken. 500 Meter weiter wird es dann ein bisschen abenteuerlicher. Bei Gljufrabui muss man nämlich in eine Art Höhle, um den Wasserfall zu sehen. Dazu muss man ins Wasser steigen und auch dort wird man ziemlich nass durch die Gischt. Es tümmeln sich auch dort viele Leute und Pseudo-Influencer, was das Fotografieren ein bisserl schwierig macht. Aber es lohnt sich wirklich da rein zu steigen! Und meine Schuhe haben das problemlos ausgehalten.
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| Gljufrabui |
Jetzt sind wir im Aurora Lodge Hotel. Statt die Hot Tubs zu nutzen, haben versucht Nordlichter zu finden, haben aber leider keine gefunden.
Bis bald,
Lexe und Christian












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