Winter is coming, das ewige Eis und eine Panikattacke (von Lexe natürlich)

Hallo aus dem Glacier View Guesthouse in Kirkjubæjarklaustur!

Trotz 25%iger Wahrscheinlichkeit und einem klaren Himmel, ist es auch gestern nix aus den Nordlichtern geworden. Wir sind dann auch bald todmüde ins Bett gefallen, weil wir eine lange anstrengende Etappe hinter uns hatten. Außerdem mussten wir ja früh raus und hatten den Wecker für 5:30 Uhr gestellt. Nein, das ist nicht ganz korrekt. Christian hatte ihn auf Samstag 5:30 Uhr gestellt, aber ich hatte den Montag - Freitag Wecker umgestellt, der Samstag natürlich nicht läutet. Ups!




Um 7 Uhr sind wir dann gestartet, weil wir um 10 Uhr eine Gletscher-Bootstour bei der Jökulsárlón Gletscherlagune gebucht hatten. Das Wetter war die ganze Fahrt über ungemütlich, dass ich nicht mal zwischendurch zum Fotografieren ausgestiegen bin (ich wollte so trocken wie möglich bleiben). Da wir dann zu früh dort waren, haben wir noch so etwas wie Kaffee dort getrunken. Um kurz nach halb 10 bekamen wir dann unsere todschicken Anzüge (die noch dazu müffeln) und die Rettungswesten. Wozu die gut sein sollen, ist mir noch nicht klar, weil man es in dem kalten Wasser ungefähr drei Minuten aushält. So schnell ist da kein Rettungsboot! Ich bin natürlich froh, dass ich es nicht herausfinden musste. Wir waren also schon alle in unseren Anzügen und es war 3 vor 10 Uhr (20 Minuten vorher soll man dort sein), als ein Deutscher daher lief. Dann hat er noch seine Frau heran winken müssen... So toll fand ich das Wetter, das Outfit und die Aussicht auf eine Bootsfahrt in einem Schnellboot nicht, dass ich da noch auf die zwei Schnecken hätte warten wollen. Wir sind dann als Kolonne zu unseren Booten gestapft. Ich hatte den "Queen"-Sitz (wie ich ihn nenne). Der ist in der Mitte und man kann nicht rausfallen. Es ging dann also zwischen den Eisbergen dahin. Die mit der weißen Oberfläche sind schon älter. Die, die eine blaue, glatte Oberfläche haben, haben sich erst kürzlich gedreht. Die Lagune wächst seit ungefähr 90 Jahren und der Gletscher wird immer weniger. Es ist also eigentlich ein sehr trauriger aber auch beeindruckender Anblick. Wir kamen irgendwann an einem riesigen Eisberg vorbei, und unser Guide erklärte uns, dass dieser vor zwei Tagen abgebrochen ist. Was passiert, wenn ein Eisberg abbricht und eine Lagune fällt? Richtig, es gibt große Wellen. Zum Glück ist nix abgebrochen, als wir da vorbei geschippert sind. Ungefähr 5 Minuten, nachdem ich diesen riesigen Eisberg fotografiert hatte, zeigte mein Kamera-Display plötzlich nur mehr schwarz an. Ihr ahnt es! DA kam die Panikattacke! Ich hatte die Kamera so gut wie möglich beschützt, aber wenn es so runterhaut, dann nützt das halt alles nix. Auf der Fahrt zurück zum Startpunkt hatte ich also Panik, dass ich meine tolle neue Kamera ruiniert habe (ich war tatsächlich dem Heulkrampf nahe). Außerdem hatte ich eiskalte Hände, weil meine Handschuhe pitschnass waren. Zurück im "Cafe" habe ich die Kamera abgetrocknet und habe mir wieder mal neue Handschuhe gekauft. Christian diesmal auch, weil seine auch nass waren.

Christian hat während der Fahrt auch ein Video gemacht






Der hat sich erst kürzlich gedreht


Da wird bald was abbrechen. Man sieht einen hellblauen Schrick von oben nach unten beim Gletscherteil ganz rechts


Danach haben wir noch einen Abstecher zum Breiðamerkursandur gemacht. Das ist ein Strand mit schwarzem Sand und dort werden immer wieder Eisbrocken angespült, die natürlich im Sonnenschein super glitzern (deswegen wird der Strand von Touristen Diamond Beach genannt, die Einheimischen bevorzugen den richtigen Namen des Strandes). Davon war heute leider wenig zu merken, es waren auch nicht allzu viele Eisbrocken am Strand. Meine Kamera habe ich da im Auto gelassen, deswegen gibt es nur Handyfotos (man merkt, dass ich nicht sonderlich motiviert war).





Christian beim Video machen (unten das coole Ergebnis)


5 Minuten vom Parkplatz der Lagune gibt es noch einen Tour-Startpunkt, aber da kann man auch 5 Minuten hinmarschieren und hat einen guten Blick auf den Gletscher. Da es immer noch stark regnete, waren die neuen Handschuhe auch gleich wieder ein bisschen nass (die scheinen aber immerhin schneller zu trocknen). 





Bis zum nächsten geplanten Stopp waren es 45 Minuten und wir freuten uns über die Wärme im Auto. Vom Skaftafellsstofa Visitor Center kann man verschiedene Gletscherwanderungen machen. Es hatte zwar aufgehört zu regnen, aber uns war trotzdem nicht nach einem langen Hatsch. Also haben wir uns für eine kurze Variante entschieden. Vor dem Gletscher, zu dem wir spaziert sind, hat sich auch ein kleiner See gebildet, in dem Eisberge sind. 






Eigentlich wäre danach noch eine Schlucht geplant gewesen (voll schön mit Moos). Aber die Aussicht, dass wir um 18 Uhr in der Unterkunft sein könnten, wenn wir die auslassen, war zu verlockend. Wir hätten die Schlucht bei dem Wetter ohnehin nicht durchwandern können. Deswegen haben wir uns den Weg gleich gespart. Kurz vor der Unterkunft wurden wir dann durch einen Schafherden-Abtrieb kurz gestoppt. Das war richtig lustig anzuschauen. Muss erst schauen, wie man das Video kleiner machen kann, dann lade ich es hoch.




Da hinten sollten wir den Gletscher sehen können




In unserem Gästehaus kann man im Hauptgebäude was trinken und sicher auch ein bisserl quatschen. Das werden wir heute machen. Die Unterkunft hat keinen Fernseher (das hatten wir jetzt schon öfter), aber das macht überhaupt nix. 

Bis morgen,

Lexe & Christian

PS: Die Kamera funktioniert übrigens wieder. Zuerst hat das Display nur etwas angezeigt, wenn es ausgeklappt war, aber mittlerweile geht alles wieder. Uff!

PPS: Und hier noch zwei Fun Fotos. 


Da darf man das nicht so machen, wie man es in Athen machen muss. Da gehört das Klopapier auch ins Klo

Gut ausgerüstete asiatische Touristinnen bei der Gletscher Lagune
 

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